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Energieprojekte

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Klimaschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien spielen für Bad Ems schon seit längerem eine wichtige Rolle. Entwicklungspotentiale werden hier nicht nur in der Wind- und Solarenergie sondern vor allem auch in den Bereichen Wasserkraft, Geothermie und Biogas erschlossen.

Wasserkraftwerk

Bereits 2010/11 hat die Steinhoff Energieanlagen GmbH einen Antrag zur Reaktivierung des Wasserkraftstandortes Bad Ems gestellt. Geplant wird die Anlage am alten Brückenfundament der Remy-Brücke, an der Bad Emser Kalkspitze. Sie wird umweltfreundlichen Strom für mehr als 1000 Haushalte produzieren und auch die nahe gelegene neue Emser Therme versorgen.

Nähere Informationen:
» www.steinhoff-energie.de

 

Geothermisches Potential

Ziel der im Mai 2010 von Prof. Dr. Georg Wieder und Dipl. Ing. (FH) Michael Münch vorgelegten der Machbarkeits-studie „Optimierung und Ausbau des geothermischen Potentials von Heil- und Grubenwassern in Bad Ems“ war, die energetische Thermalquellen- und Grubenwasser-nutzung außer dem Neuhoffnungsstollen technisch, ökologisch und wirtschaftlich zu prüfen. Die Thermal-quellen in Bad Ems sind bis 55 °C und das Grubenwasser ist ca. 25 °C warm. Thermalwasser ließe sich für Neubauten mit einem Wärmetauscher nutzen, während man für Altbauten und/oder Grubenwasser eine Wärmepumpe braucht. Technisch ließen sich 5.300 MWhth./a und wirtschaftlich 5.100 MWhth./a mit einer Leistung von 3.250 kWth. bzw. 2.980 kWth. nutzen. Dies würde zu einer technisch möglichen CO2- Einsparung von bis zu 490 t/a und einer wirtschaftlich sinnvollen von bis zu 470 t/a führen.

Quelle und Download:
» www.wald-rlp.de


Wärme und Strom aus der Kläranlage

Kläranlagen produzieren bei der Schlammfaulung soge- nanntes Klärgas. Dieses Biogas ist durch den relativ hohen Methangehalt für eine energetische Verwertung sehr interessant, wird aber in vielen Kläranlagen einfach abgefackelt. Die im Abwasserzweckverband Bad Ems zusammengeschlossenen Gemeinden entschieden sich dazu, in der Kläranlage Bad Ems ein Blockheizkraftwerk zu installieren, um das in der Anlage anfallende Klärgas zu verstromen und die Abwärme zu nutzen. Das eingebaute BHKW verfügt über eine thermische Anschlussleistung von 85 kWth und eine elektrische Leistung von 50 kWel. Das Klärgas-BHKW wurde im Rahmen eines Contracting-Modells errichtet und ging im November 2008 in Betrieb.

Die ausgekoppelte Wärme wird dazu genutzt, den in der Kläranlage anfallenden Faulschlamm im Trocknungsprozess vorzuwärmen. Darüber hinaus können über das BHKW Räume für Mitarbeiter beheizt werden und auch die Warmwasserbereitung für den Sanitärbereich erfolgt auf diesem Weg. Die prognostizierte Strommenge liegt bei ca. 380 000 kWh pro Jahr und wird größtenteils zur Deckung des Eigenbedarfes verwendet. Überschüssiger elektrischer Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die Wärmeauskopplung kann aufgrund variabler Einflussgrößen nicht eindeutig beziffert werden. Hier bleibt das Betriebsergebnis des ersten Jahres abzuwarten. Das Beispiel der Kläranlage in Bad Ems belegt, wie rationelle Energieerzeugung auch in den technischen Anlagen und Einrichtungen von Kommunen bewerkstelligt werden kann.

Kontakt:
Verbandsgemeinde Bad Ems, Lars Hilgert, Tel. 02603 793 –119, E-Mail: L.Hilgert@bad-ems.de

Quelle:
Kleine Kommunen groß im Klimaschutz - Gute Beispiele aus dem Wettbewerb „Klimaschutzkommune 2009“. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und der Deutschen Umwelthilfe (Nr. 93 der DStGB-Dokumentationsreihe).